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Ela

 

 

Ela

Ela was born in Germany in 1956. She studied biology and German literature and came to Auroville in 1983 where she gave birth to a daughter, Lisa.
For a long time Ela was involved as science teacher in Auroville's education system. Presently she is working as a travel guide and conducts seminars on Indian culture and the philosophy of yoga. Writing poetry is a pastime for her; all of the poems given here are based on her personal experience.


ela@auroville.org.in
 

 

 
 



UND MEINE WASSER WERDEN...

Du hast über

Kreise im Außen

verhangene Augen

auf Todloses gelegt

In deinem Arm

liegt mein steigendes Spiel

Das Öl meiner Wesen

nährt dein Verlangen

im Herd deiner Hand

und aus Flammen

schält Asche

den goldenen Kern

solange mein Wandel sich willig

und weiblich neigt

Dein Traum ist mir Streben

der Fluß meiner Körper

dein Weg durch die Schwellen der Zeit

Berühre mich

im Unbewegt-Bewegten

berühre das Herz

meiner schlafenden Macht

wecke die zögernde Quelle

zum lebenden Strom

und meine Wasser

werden deine Feuer

tragen...


YAGNA

Wenn Hände behutsam ein
Räucherstäbchen entzünden

Agni is the link

oder das Kampferstück
ohne Rückstände brennt

between man and god

umschließt das Ritual
wie eine Samenkapsel

we communicate

die Herzensschale die sich
selbst ins Feuer hält

 

UMBRUCH

Ich liebe die
spritzigen Tage

die sich mit
Ellenbogenstößen
leichtfüßig
den Weg
durch die Wetter
bahnen

die sich wie
glückliche Feen
unbeladen
in einem rücksichtslosen
Gewähren versprühen

deren einzige Waffe
ein Licht ist
das Furchen
ins Auge reißt

Feuerwerkszauber
der leuchtende Samen
ins Dunkel geöffneter
Felder läßt

und die perlenden Reste
des keimenden Strebens
an die Stille
der Blätter verteilt

Regenfunken
Sonnentropfen
girrendes
glitzerndes Lachen

mit den flüchtigen Zeichen
des Umbruchs
grüßt der Kobold
den spitzen Tag

 

 

ERINNERUNG

Der ungebetene Gast
dieses Abends
wirft hinter
Zweifeln Gedanken
kodierte Erfahrung
vergangener Inkarnationen
in die Suche
des Körpers zurück

Nähe ist wieder spürbar
und Tränen
ein scharfer Schmerz
öffnen dem lautlosen
Schrei leise
das älteste Haus

Die Realität des
Hingerichteten verneint
die Vernunft die Entfernung
das Entsprechen die Bindung
ist mehr als
reibend Gelebtes
steht unzerstört
neben den Bildern
der zerfallenen
Imitation


FAST SCHON ENTSCHULDIGUNG

"Ich habe unter dem Shivamond gesessen"
meine Stimme auf flachem Grund
klingt wie
"Danke ich habe gegessen"
ganz Sache
fast schon Entschuldigung
wie ein unweibliches Kleid
Ekstase des Körpers
verschluckt

Geliebte
nichts schwingt in der Luft
du kannst mich nicht hören
kann ich dir trotzdem
"Ich will dich nicht" sagen?
ich bin noch nicht da wo wir gestern waren
Unbeschreibliches ist zu verlieren

Ich möchte dir sagen
meine Teile versinken im letzten Schimmer
ich möchte reden
der erste Mond hält mein Wesen umarmt
du möchtest verstehen
ein fallendes Bild nahm den Abend
Glimmer erregender Einsamkeit
jede Faser ein Herz
jeder Augenblick Liebesspiel
auf dem Fächer vernächtlichter Farben

Du möchtest es sehen
Verlangen und Abschied sind heute noch Eins
du möchtest es sehen und gehen
nur heute
Geliebte
laß mich nur heute allein


WESEN IM ÜBERGANG

Der Traum
im Auge des Tänzers
erfordert neue Beweglichkeit
über die Grenzen der Form

Zu lange
haben wir süchtig nach Leben
aber vom Ursprung getrennt
in der Arena gekreist
und Jugendhelle
in einem Wettkampf verloren
der nicht zu gewinnen ist
mit der Perfektion alter Spiele

Sieh doch: die Götter
haben die Ränge längst verlassen
leere Trophäen blieben zurück
und der Mensch
vor dem nächsten Schritt

Wir sind ein Wesen im Übergang
Material einer formlosen Form
und versuchen
besessen vom Untergang
durch Messen der Kräfte
dem dunklen Kokon
und
dem eigenen Greis
zu entfliehn

Konsequenzen sind einfach:
Wiederholung ist tödlich
und auch Stillstand
ist nicht das Ziel
die Angst ist noch nicht
bis zum Ende gegangen
jeder Schritt bricht mit
Schmerzen den Widerstand
wer jetzt umkehrt
ist einer zuviel



GRENZLAND

Ein Traumland ist dieses
auch nach Jahren noch gleißend
und unwirtlich überzogen
von einer Patina in der sich
Okkultes mit Widersprüchen
zu extremen Mustern verwischt

Die Luft getränkt mit Bewegung
im Geruch von Jasmin und Zerfall
ist die Erde röter als anderswo
in diesem Land
atmen selbst die Winde
Legenden aus
deren Helden
die Essenz der Jahrhunderte
durch die Hütten der Dörfer tragen

Tagsüber gehen die Dinge
flimmernd ineinander über
unklar wo das Menschliche aufhört
und der Gott beginnt
der unter der Palme steht
und zu uns hersieht

Abseits der großen Straßen
am Rande des letzten Reisfelds
enthüllt sich seine Gefährtin
in ihrer üppigen Pracht
ihre Haare treiben wie Luftwurzeln
über dem Lotosteich
den ein elefantenköpfiger Sohn
gelassen bewacht

Ich sah sie Momente zuvor
in der beißenden Schwingung
sonnenverkarsteter Ebenen
eine schädelbehangene Mutter
die ihre Kinder am Mittag frißt
und am Abend erneut gebiert

Im Grenzland spür ich sie deutlich
während der Fahrt
ruht der Kopf an der schwarzen Brust
auf Verbrennungsplätzen
hat sie die Milch geschöpft
für ihr köstliches Spiel

Das mich einflicht
auch nach Jahren noch
in die Stimmung der heiligen Stunde
in der sich das Licht wieder
mit dem Boden versöhnt
und die Hufe der Rinder
den Staubschleier
zwischen Auge und Ferne legen

Berührung keimt auf
im Dunst von Nahrung und Rauch
in den milderen Farben
der Dämmerung
hält das Vertraute den Blick und
die Frau mit den vielen Gesichtern
entzündet geduldig den ersten Docht

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